Autorecycling

Die Möglichkeiten der Autoverwertung in der heutigen Zeit

Grundsätzlich ist der Begriff „Autorecycling“ die Bezeichnung dafür, dass Kraftfahrzeuge entsorgt werden, wenn sie ein gewisses Alter erreicht haben und ein Verkauf keinen nennenswerten Gewinn mehr erzielen würde. Beim Recycling eines Autos geht es darum, dass man möglichst viele Rohstoffe aus dem Fahrzeug zurückgewinnt und anschließend weiter verwertet.

Vor allem diverse Metalle können der Wiederverwertung zugeführt werden, doch auch andere Rohstoffe sind durchaus von Interesse. Es gibt heutzutage verschiedene Arten der Autoverwertung, nämlich die Kompaktierung, die Fraktionierung und die Stilllegung.

Die Kompaktierung eines Fahrzeuges ist der Klassiker

Bei der Kompaktierung werden zunächst alle Teile demontiert, die noch funktionsfähig oder weiter verwertbar sind, aber auch alle Komponenten, die nicht verschrottet werden können, erst dann ist das Auto bereit für die so genannte Kompaktierung. Die noch gut erhaltenen Teile werden meistens aufbereitet und können dann als Ersatzteile für Gebrauchtwagen dienen. Eine Presse aus Metall übernimmt dann die eigentliche Kompaktierung, das ausgeschlachtete Auto wird dann also verdichtet. Oftmals wird das Fahrzeug dann im nächsten Schritt mit Hilfe von Schreddern zerlegt.

Bei der Fraktionierung werden Reste des Autos zerkleinert

Die Fraktionierung ist auch eine Variante, die Rohstoffe eines Fahrzeugs zu recyclen. Bei diesem Vorgang werden die Reste eines alten Autos einfach zerkleinert, in erster Linie handelt es sich um den darin verbauten Stahl. Die Fraktionierung läuft in mehreren Schritten ab, ein Magnet trennt zu Beginn den Stahl voneinander. Eine spezielle Sink-Anlage sorgt dafür, dass die Teile aus Kunststoff nach dem Abscheiden auch korrekt getrennt werden.

Es erfolgen dann weitere Schritte, bei denen die unterschiedlichen Metalle separiert werden, damit eine Wiederverwertung erst möglich wird. Selbstverständlich sind dann immer noch Reststoffe vorhanden, die man auch als RESH bezeichnet. Der Begriff RESH ist eine Kombination aus zwei Abkürzungen, nämlich RE für die Reststoffe und SH für den englischen Begriff Shredder.

Diese Gruppe umfasst verschiedene Bestandteile des Autos wie zum Beispiel Sitze, Isolierungen, das Armaturenbrett und ähnliches. Der Anteil an Kunststoffen liegt bei rund 60 Prozent, der Rest entfällt auf Lack, Textilien, Rost, Glas, Pappe, Leder, Sand und Holzfasern. Diese Materialien sind allesamt wiederverwertbar.

Juristische Vorgaben für das Autorecycling

Laut Gesetzgeber muss immer ein ausgebildeter Betrieb mit dem Recycling eines alten Fahrzeugs beauftragt werden. Es ist in Deutschland also nicht erlaubt, ein ausgemustertes Auto einfach irgendwo abzustellen, dies stellt sogar eine Straftat dar. Entsorgt man ein altes Fahrzeug illegal, so muss man mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro rechnen.

Das ist auch der Grund dafür, dass der letzte Fahrzeughalter immer einen Nachweis für die Entsorgung vorlegen muss, und diesen kann nur ein Betrieb ausstellen, der über eine entsprechende Zertifizierung verfügt. Im gesamten Bundesgebiet findet man solche Autoverwerter, meistens bekommt man auch noch etwas Geld, wenn viele Teile verwertet werden können.

Modernes Fahrzeugrecycling

Die Autoverwertung ist kein großer Akt, der Besitzer des Fahrzeuges bringt es einfach mit den vorhandenen Papieren zum Verwertungsbetrieb. Damit das Fahrzeug endgültig abgemeldet werden kann, stellt die Firma dann den Verwertungsnachweis aus. Wenn der Fahrzeughalter es wünscht, übernimmt der Betrieb auch die Abmeldung des Autos, mit den ausgehändigten Papieren kann dies aber auch ganz einfach selbst vorgenommen werden.

Da Recycling in Zukunft eine immer wichtigere Rolle spielen wird, setzen die Autohersteller auch vermehrt auch Nachhaltigkeit. In der Praxis bedeutet dies, dass deutlich mehr Komponenten in den Fahrzeugen verbaut werden, die später wiederverwertet werden können. Die verwendeten Materialien sind viel umweltfreundlicher, so kommen zum Beispiel immer häufiger Zellulose und Holzfasern zum Einsatz. Die EU gibt eine neue Richtlinie vor, nach welcher ein Fahrzeug zu 95 Prozent wiederverwertbar sein muss. Früher war es hingegen so, dass einige Fahrzeugbestandteile aus 20 unterschiedlichen Kunststoffen bestanden, eine Wiederverwertung war demnach nahezu ausgeschlossen.

Geschrieben am 25.08.2017

[zurück]