Motorradreifen – Reifenkennzeichen verstehen

Auf den Seitenwänden ihrer Reifen finden Motorradbesitzer eine Menge kryptischer Angaben. Nicht wenige Fahrer fragen sich, was die Zahlen und Buchstaben überhaupt bedeuten.

Das bedeuten die einzelnen Bezeichnungen
Tatsächlich sollte jeder Besitzer eines Zweirades wissen, was die Aufdrucke auf der Seite des Reifens über das jeweilige Modell aussagen. Sie geben nämlich nicht nur Auskunft über die Maße des jeweiligen Pneus, sondern informieren auch über Höchstgeschwindigkeit und maximale Belastung. Nehmen wir einmal einen Reifen des Herstellers Heidenau mit der Kennzeichnung 130/90 B - 16 M/C 73H TL als Beispiel und schlüsseln die einzelnen Bestandteile der Bezeichnung der Reihe nach auf:

  • 130: Reifenbreite in mm
  • 90: Höhen-Breiten-Verhältnis des Reifenquerschnitts in %
  • B: Bauart des Reifens (hier: Bias Belted, was Diagonal-Gürtelreifen bedeutet)
  • 16: Felgendurchmesser in Zoll
  • M/C: Reifen ist ausschließlich für Motorräder geeignet
  • 73: Tragfähigkeitskennzahl
  • H: Höchstgeschwindigkeit (hier: 210 km/h)
  • TL: Schlauchlosreifen

Motorradbesitzer, die die Bedeutung der Symbole kennen, sind nicht nur mitunter sicherer unterwegs, sondern können zudem dank der Beachtung der Empfehlungen dafür sorgen, dass die Reifen etwas länger durchhalten. Gut erhaltene Reifen tragen schließlich nicht zuletzt auch einen entscheidenden Teil zum Werterhalt des Gefährts bei.

Unterschied zur Kennzeichnung beim Auto
Sehen wir uns beispielsweise die Kennzeichnung 195 / 65 R15 91 T des beliebten Autoreifenmodells Michelin Alpin A4 an, das Fahrzeughalter zum Beispiel bei Tirendo.de bestellen können, fallen auf den ersten Blick keine gravierenden Unterschiede auf. Ein Blick auf die Schulter des Autoreifens offenbart aber nicht nur die genannte Kennzeichnung, sondern zusätzlich die Buchstaben "M+S" (für Matsch und Schnee) sowie ein Schneeflockensymbol.

Die Symbolik bedeutet schlichtweg, dass der Reifen für winterliche Straßenverhältnisse geeignet ist. Bei Motorradreifen wird man eine solche Kennzeichnung vergeblich suchen, da es für die meisten Straßenmaschinen gar keine Winterreifen gibt. Für Motorradfahrer bedeutet das, dass sie ihr Zweirad bei Schnee und Glätte besser stehen lassen sollten – bei einem Unfall könnte es andernfalls Probleme mit der Kfz-Police geben. Im Winter 2013/14 war das bislang zur Freude der Motorradbesitzer nur ganz selten der Fall, weshalb sich viele von ihnen auch im Januar auf ihre Bikes schwingen.

Geschrieben am 28.01.2014

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